Tipp des Monats

Aug 1, 2026

Cortisol und Melatonin
Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) unterliegt einer ausgeprägten circadianen Rhytmik. Cortisol erreicht seinen Spitzenwert etwa 30 Minuten nach dem Aufwachen – die sogenannte Cortisol Awakening Response (CAR), fällt über den Tag kontinuierlich ab ist ist in den ersten Nachtstunden minimal. Dieser Verlauf ist nicht nur ein Laborphänomen: Er bestimmt Wachheit, Stresstoleranz, Immunbereitschaft und metabolische Flexibilität im Tagesverlauf. Gegenläufig steigt Melatonin ab der Dämmerung an. Es reguliert nicht nur den Schlaf-Wach-Übergang, sondern wirkt als potentes Antioxidans, Immunmodulator und mitochondrialer Schutzfaktor. (Zellschutz)
Eine abgeflachte Cortisol-Tageskurve – typisch bei chronischem Stress, Burnout oder postinfektiösen Zuständen signalisiert eine Dysregulation, die weit über eine subjektive Erschöpfung hinausgeht. Sie korreliert mit erhöhten Entzündungsmarkern, gestörter Immunbereitschaft und der Unfähigkeit des Stoffwechsels, flexibel zwischen Fett- und Glukoseverbrennung zu wechseln.
In der diagnostischen Praxis liefert ein Cortisol-Tagesprofil aus Speichel – mit vier bis sechs Messzeitpunkten über den Tag verteilt – deutlich mehr Information als ein einzelner Serumwert.
„Der Heilpraktiker“ vom Juli 2026
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